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BM Strunk will (mit Fördermitteln) 1,715 Mio. Euro in einen weiteren Radweg zwischen Xanten und Marienbaum investieren. Hört sich gut an - ist aber nicht so! Hier einige Anmerkungen zu diesem Projekt:
Aus der Sitzung des Hauptausschusses sind mir ein paar Dinge zu diesem Thema noch in guter Erinnerung.
z. B., dass Tanko Scholten aus einer Studie zitiert hat. Das war Klasse. Das war mal eine Grundlage. Nicht nur das übliche
„ … wir brauchen das, wir können zwar nicht begründen warum, aber es gibt Fördermittel…“
Nein Tanko Scholten hat aus einer vom FDP-geführten Wirtschaftsministerium unterstützten Studie Zahlen zitiert. Handfeste Zahlen. Die die dabei waren, können sich sicher noch erinnern.
Auf der Seite 6 der Kurzfassung dieser Studie wird erläutert, dass im Durchschnitt jeder Fahrradtourist, der nicht übernachtet, täglich EUR 16,-- ausgibt. Macht so ein Fahrradtourist längere Ausflüge und übernachtet er, so gibt er mehr Geld aus. Nämlich im Durchschnitt EUR 64,40.
Gut, das sind ja schon mal Zahlen, mit denen man Rechnen kann. Und wenn die Verwaltung das nicht macht, dann macht die FDP das.
Die Studie nennt noch weitere Zahlen und Ergebnisse. Denn die EUR 16 und 64,40 sind ja nur Bruttozahlen. Also, das was der Fahrradtourist aus seinem Portemonnaie herausholt. Davon verbleiben allerdings für den Gastronom, den Hotelier, den Einzelhändler etc. und deren Zulieferern nur rund 49 %. Das finden Sie bei entsprechender Interpretation der Zahlen auf der Seite 8 dieser Studienkurzfassung. Das bedeutet, von den EUR 16,-- bleiben nur EUR 7,84 übrig, auf die Steuern gezahlt werden. Oder bei der Übernachtungsvariante EUR 31,56. Also, diese Zahlen nach Abzug der Kosten.
Rechnen wir mal weiter:
Von dem was da nach Abzug der Kosten übrig bleibt, davon werden die Steuern gezahlt. Lassen wir mal zur Vereinfachung der Rechnung den Steuersatz bei 15 % sein. Dann fließen von dem Tagesausflugs-radfahr-touristen rund EUR 1,18 an den Staat. Der übernachtende Radler sorgt schon für ein Steueraufkommen von rund EUR 4,73. Wie gesagt, für den Staat und nicht für die Stadt.
Lassen wir mal die Zuweisungen für die Stadt von diesen Steuern 20 % sein, dann sprudeln durch die Fahrradtouris die Quellen der Stadtkasse.
Jeder Tagesfahrradtourie sorgt dann mit diesen Annahmen für rund 24 Cent und der Übernachtungsradler trägt schon mit 95 Cent zum Wohl der Stadt bei. Natürlich nur dann, wenn der Radfahrer sein Geld ausschließlich in Xanten ausgibt. Aber das nur so neben bei.
Also, da bleibt doch nur zu rufen: Gewinne, Gewinne, Gewinne, Gewinne!
OK, investieren müssen wir auch etwas.
EUR 1.715.680,-- lautet die vorläufige Schätzung.
Davon haben wir ja bereits EUR 90.000 für die Grundstücke ausgegeben. Und ca. EUR 91.000 sollen ja schon 2009 an Fördermitteln fließen.
Bleiben nur noch EUR 1.534.680,-- die wir irgendwo herbekommen müssen.
Gut, Banken haben genug Geld. Für schlappe 4 %, kein Thema. Also wenn wir die rund 1,5 Millionen EUR für 4 % finanzieren müssen, dann sind das schon EUR 60.000 pro Jahr an Zinsen.
Gut, wir geben nicht alles sofort aus. Gut wir bekommen auch kleckerweise Förderung. Daher will ich die errechneten Zinsen nicht für die weiteren Überlegungen heranziehen.
Ich gehe zunächst mal für die kommenden 5 Jahre von jährlichen Zinszahlungen in Höhe von EUR 30.000 aus. Das, denke ich, ist schon eine realistische Größenordnung.
Haben Sie noch die Zahl im Kopf, die die Stadt vielleicht von einem Fahrradtouristen bekommt, der hier übernachtet? Nein? Das waren 95 Cent. Nicht mal 1 EURO.
Also, wenn wir EUR 30.000,-- an Zinsen zahlen, dann müssen wir die Übernachtungszahlen um mehr als 30.000 im Jahr erhöhen.
Nur um die Zinsen zahlen zu können. Da haben wir noch nicht von Tilgung gesprochen. Wir haben noch nicht über Unterhalt des Radwegs gesprochen, wir haben noch nicht über Abschreibung gesprochen etc.
Am Niederrhein sollen die Übernachtungen 2009 um 2,5 % gesunken sein. Wie realistisch ist es nun, die Übernachtungszahlen kurzfristig zu erhöhen?
Wird also der Alleenradweg für die Stadt zum Coup des Jahrzehnts? Oder beschreiten wir den Weg weiter in die Schuldenfalle?
Können wir den Fahrrad-tourismus nicht mit anderen Mitteln steigern?
Ist es nicht günstiger, die vorhandenen Rad- und Wirtschaftswege zu reparieren wo es erforderlich ist?
Ist es erforderlich die vorhandenen Wege, die zwischen Xanten und Marienbaum durch Felder führen und parallel zum teuren Bauprojekt „Allee ohne Bäume“ verlaufen, gut auszuschildern?
Wir haben Alternativen, die aus meiner Sicht günstiger sind. Die sollten wir prüfen bevor wir hier locker 1,7 Millionen EURO ausgeben.
Wir beantrage daher für die FDP-Fraktion bis zur nächsten Ratssitzung schriftlich darzulegen, welche Auswirkungen der Bau des Alleenradwegs auf den Haushalt der Stadt hat.
Ich beantrage ferner in einem zweiten Antrag eine Wirtschaftlichkeitsberechnung für den Alleenradweg.
Denn auch das gehört zu den Vorbereitungen für ein solches Projekt, besonders dann, wenn man die Steigerung des Tourismus für die Notwendigkeit dieses Weges ins Feld führt.
Und bevor von uns wieder ein Deckungsvorschlag verlangt wird - diesen sollte, aber muss ich nicht machen. Die Verwaltung hat die für den Entscheidungsprozess notwendigen Daten zu liefern. Mit der soliden Bankausbildung des BM sollte das für ihn nicht nur ein Klacks und eine Selbstverständlichkeit sein, sondern auch ein inneres Anliegen sein!
Sonntag, 17-01-10 12:58
Guten Tag zusammen.
Zu diesem Thema, möchte ich gern sagen, daß es wichtigere Verkehrsangelegenheiten gibt, als solch einen dusseligen Radweg. Die Sonsbeckerstraße zB ist in einem grauenhaften Zustand. Sie ist aber einer der Hauptverkehrswege für das Xantener Gewerbegebiet und etliche Anwohner. So bzw so ähnlich sehen auch sicherlich einige andere Strassen in Xanten aus. Also sehe ich vielmehr die Notwendigkeit bei der Sanierung und Funktionserhaltung des bestehenden Wegenetzes in Xanten. Und wenn schon mehr Touristen nach Xanten kommen sollen, dann sorgen Sie bitte schön dafür, daß Xaten als Stadt wieder interessanter wird. Sprich Gastronomie zb wo man wieder häufiger Feiern und den Alltag hinter sich lassen kann. Schaffen Sie aus dem alten Nibelungenbad eine Wellnesoase zb mit Solebecken, Sauna, Spaßbad etc. Also eine gelungene Kombination aus allem. Begrünen Sie städtische Freiflächen mit mehr Bäumen, wo man zb dann im Sommer im Schatten verweilen kann. Werben Sie bei Forschungs - und Produktionsfirmen / Einrichtungen der regenerativen Energiegewinnung für den Wirtschaftsstandort Xanten. Schaffen Sie die Vorraussetzungen für neue und mehr sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in Xanten. Denn der hauptsächliche Anteil an den städtischen Einnahmen tragen doch wohl die Xantener Bürger und Unternehmer, die hier in Xanten ihren Standort haben. Also bitte meine Damen und Herren. Es gibt viel zu tun. Packen Sie es an und hören Sie mal auf Ihre Bürger. Denn sie haben auch viele gute Ideen, die sich vielleicht auch mal verwirklichen lassen, ohne haufenweise Geld zu verpulvern. Denn wenn das der Fall ist, dann können Sie genauso das Geld nehmen und aus dem Fenster werfen. Dann sehen Sie es wenigstens noch fliegen, anstatt es für unsinnigen Mist zu verwenden, wo keiner was von hat.



